TRAVEL: USA 2016 – Mit Baby zum Arzt

Amerika ist ein atemberaubendes Shoppingparadies, mit vielfältigem Essen und übergroßen Autos. Auch viele meiner Bilder in den vorherigen Beiträgen aus den USA zeigen die angenehmen Dinge und Momentaufnahmen. Einige Dinge sind aber nicht so schön und erst recht nicht geplant, wie z.B. der Gang mit einem krankem Baby zum Arzt. In einer Umgebung die man erst seit 3 Wochen kennt bzw. nicht kennt. Man muss dem Arzt einfach direkt großes Vertrauen entgegenbringen. Natürlich laufen sämtliche Untersuchungen und Behandlungen erst gegen Vorkasse ab.

Lili ist 9 Monate alt  und war zuvor nie krank. An und für sich ist sie auch kein anfälliges Kind und nimmt alle Bakterien die sie auf dem Boden findet mit 😉 . Donnerstagabend fing sie an etwas zu schwächeln und wurde quengelig. Wir haben ihr daraufhin dann mehrmals die Temperatur gemessen und diese schwankte immer zwischen 37,5 und 39 Grad. Sie hatte zwar nicht durchgehend hohes Fieber, aber wir wollten trotzdem nichts riskieren und entschieden uns zum Arzt zu gehen. Ich war leicht panisch, weil Lili noch nie krank war und vorallem nicht im Ausland. Aber irgendwann musste sie ja schließlich krank werden. Jetzt ist es halt in den USA passiert!

Mein Mann, der eigentlich am Freitag noch ins Office gemusste hätte, blieb bei uns und wir fuhren mit Lili zum ersten Kinderarzt in der Nähe. Die erste Praxis lehnte uns ab, als wir sagten, dass wir nur für 4 Wochen in den USA sind und wir vorsichtshalber Lili untersuchen lassen wollen damit es über das Wochenende nicht schlimmer wird und wir dann in die Notaufnahme müssen. Die Dame am Empfang erklärte uns, dass wir eingetragene Patienten sein müssten und nicht einfach so mit einem Kleinkind hineinspazieren könnten. „Ok.. Bitte was?“. Ich bin innerlich vor Wut explodiert. Ich trage ein fieberndes Baby durch die Gegend und werde von Praxen einfach abgelehtn, weil ich kein „eingetragener Patient“ bin. Verstehe ich nicht, aber ich muss es ja so hinnehmen.  Wir hatten nicht sonderlich viel Lust und auch keine Zeit uns mit der Dame am Empfang auseinanderzusetzen. Wir verabschiedet uns eher unhöflich und googleten nach einem anderen Arzt in der Nähe. Wir fanden 2 km weiter noch einen Kinderarzt und hatten Glück, dass dieser uns direkt aufnahm und wir nicht lange warten mussten. Bevor wir aber ins Behandlungszimmer konnten, mussten wir einen kleinen Stapel Papiere ausfüllen und vorab mit Kreditkarte $150 zahlen. Nachdem wir alles ausgefüllt und bezahlt haben, durften wir mit Lili endlich zum Doktor. Wir erklärten dem Arzt alles und hörten uns seine Meinung an. Nach der Untersuchung stellte sich herraus, dass Lili nur einen kleinen Infekt hat und daher das Fieber kommt. Er gab uns einen Saft und Ibuprofen mit. Er meinte, dass nach 3-4 Tagen alles vorbei sein sollte. Der Arzt war sehr freundlich und kompetent.  Am Ende des Tages ware wir einfach nur froh, dass alles ganz gut geklappt hat und Lili nichts schlimmeres hatte.

Die ganzen Fragen und Aufklärungen in den Papieren dienen der rechtlichen Absicherung. Es ist teilweise absurd wovon sich die Praxen und Ärzte hier alles freisprechen. Aber ok, schließlich kann man in den USA gegen jeden und alles (in Millionenhöhe) klagen. Da versteht man vielleicht auch diesen Dschungel an Papieren. Das mit dem bezahlen am Empfang  ist auch normal. Die Kosten richten sich natürlich nach Aufwand und Diagnose. Egal, ob man privat oder gesetzlich versichert ist. Es muss alles per Vorkasse (Cash oder Kreditkarte) gezahlt werden! Je nachdem zu welcher Krankenkasse man angehört, bekommt man seine Arztkosten erstattet.

FAKT IST: In den USA sollte man für Arztbesuche und / oder Notfälle immer genug Geld zur Verfügung haben.

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