LIFE: Ein Blog wird erwachsen

Artikel in der Rheinpfalz

Pünktlich zum Weltfrauentag bekam ich eine Nachricht, dass ein Artikel über mich und meinen Blog in der Rheinpfalz abgedruckt ist. Ich habe mich sehr gefreut. Viele werden sich wahrscheinlich wundern, dass ich schon so lange blogge. Ja, ich habe tatsächlich schon 2007 mit dem bloggen angefangen. Immer parallel zu meinem Leben. Mit vielen Up’s and Down’s, aber immer mit sehr viel Herzblut. Bis heute. Es freut mich umso mehr, dass ich von Zeit zu Zeit etwas „zurückbekomme“. In diesem Fall ist es Anerkennung in Form eines Artikels im Lokalteil der Rheinpfalz.

Ich blogge nicht hauptberuflich. Ich bin auch kein Influencer. Ich bin Meri die einfach immer noch gerne bloggt. Mein Hauptjob ist ein anderer und das ist auch gut so. Würde ich überwiegend kommerziell bloggen, dann würde glaube ich auch die Leidenschaft flöten gehen. Das passiert genau ab dem Zeitpunkt wo man Content abliefern MUSS. Kreatives Gut entsteht eben nicht auf Knopfdruck.

M. ist seit zehn Jahren Bloggerin – Internetpräsenz „The Stylelicious“ ändert sich mit den Lebensumständen von Fashion zu Familie.

Wie ein online gestelltes Tagebuch ist der Blog von M. Dass sich das Alltagsleben von „The Stylelicious“ in Kaiserslautern abspielt, wissen nur wenige ihrer Leser. Aber mit Erwachsenwerden und dem Muttersein werden der 30-Jährigen, die vor zehn Jahren als Fashionbloggerin an den Start ging, auch andere Sachen wichtig – unter anderen gibt es auch nun auch immer mal wieder regionale „Shoutouts“. Im Jahr 2012 war die RHEINPFALZ Jugendseite XX-Press erstmals zu Besuch bei M. J. Bereits damals faszinierte die Bloggerin mit ihrem Lebensstil. Doch es hat sich viel getan im Leben der Fashionliebhaberin. Sie ist erwachsener geworden, andere Dinge haben den Mittelpunkt ihres Lebens übernommen. Mit Ehemann und Töchterchen Lili lebt die 30-Jährige seit nun über zehn Jahren in Kaiserslautern, ist hier angekommen, fühlt sich wohl. Führt ein Leben, von dem viele träumen.Als gelernte Mediengestalterin hat sie ihren Traumberuf im Bereich der sozialen Netzwerken gefunden. Dort hat sie sich als Social Community Managerin inzwischen etabliert, arbeitet in einem für sie perfekten Arbeitsklima und kann Hobby und Beruf gemeinsam ausleben. Doch neben Familie und Job gab es auch vor fünf Jahren schon einen weiteren, sehr wichtigen Bestandteil im Leben der gebürtigen Bosnierin: ihr Internetblog „The Stylelicious“.

Dieser feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Jubiläum, hat M. beim Erwachsenwerden begleitet und ist auch heute für sie nicht wegzudenken. „Obwohl sich in den letzten Jahren viel verändert hat, ist die Liebe zum Schreiben auf meinem Blog gleich geblieben. Mich begeistert es nach wie vor, mein Leben mit den Menschen zu teilen. So kann ich mich am besten ausdrücken“, erzählt sie. Anfangs ging es primär um Mode in ihrem Blog. Einige Jahre beschäftigte sie sich hauptsächlich mit Kleidern, Schuhen und Accessoires. Sie verfolgte die neusten Trends und war immer up to date in der Fashionszene – auch in Kaiserslautern, dem ja nachgesagt wird, dass Trends hier mit Verspätung ankommen. Trotz der sich ständig ändernden Mode, war es ihr immer wichtig, ihrem eigenen Stil treu zu bleiben. Genau darin sieht die Bloggerin ihren Erfolg von Anfang an. Doch „Zeiten ändern sich und so auch ich“, erklärt die Autorin. „Andere Dinge werden wichtig und im Leben passiert einiges.“ Der Mittelpunkt in M’s. Leben verschob sich in den vergangen Jahren immer mehr. Vor fast eineinhalb Jahren wurde dann Tochter Lili geboren und eröffnet ganz neue Perspektiven. Plötzlich geht es im Blog nicht mehr ausschließlich um Fashion. Dinge wie Familie, Reisen, Hausdekorationen oder Essen werden immer interessanter. Sie übernehmen den Alltag – und damit auch die Internetpräsenz von Merima Junuzovic. „Mein tägliches Leben hat sich verändert, da konnte der Blog nicht derselbe bleiben. Ich halte nach wie vor daran fest, authentisch zu sein, nur das zu posten, was auch wirklich passiert. So entstand ,The Stylelicious – Stories & Style‘. “ Trotz der Umstrukturierung ihres Kanals freut sich Merima über ihre treue Leserschaft. Das sei keine Selbstverständlichkeit, weiß sie. Denn es ist nicht einfach, sich gegen die großen, kommerziellen Seiten durchzusetzen. „Das macht einen glücklich, wenn man sieht, dass die viele Arbeit geschätzt wird. Ich habe glücklicherweise Leser, von denen sich manche tatsächlich über die letzten zehn Jahre für mich und mein Leben interessiert haben und immer noch interessieren.“ Post bekommt sie persönlich, aber auch Resonanz über Facebook, wo ihre Seite über 300 Personen gefällt. „Style, Life & Family – Bloggerin aus Kaiserslautern“, so beschreibt sie ihre Seite dort, während auf dem Blog selbst meist nur von „aus der Pfalz“ die Rede ist. Denn es gab bisher wenig Bezug zu ihrem Wohnort – außer dass er Lautrern als Hintergrund einiger Modofotos nicht entgehen konnte. Klar interessiert es ihre Follower im deutschsprachigen Raum wenig, was so in der Pfalzmetropole abgeht. Aber dennoch hat M. es sich inzwischen so ein bisschen zur Aufgabe gemacht, das Leben hier zu dokumentieren. „Shoutouts“ heißt das auf Neudeutsch, wenn sie etwa neue Läden vorstellt, dadurch Werbung für Läden wie das vergangenes Jahr eröffnete Café Susann in der Osterstraße macht – „weil das meinem Stil entspricht“ und schließlich auch in Kaiserslautern was passiert, Fashion und Lifestyle hier ankommen.

„Die viele Arbeit“, die sie so täglich hat, ist ein Thema, das M. nur selten anspricht. Dabei ist ein Wochenplan wie ihrer für den Durchschnittsmensch kaum stemmbar. Viel Zeit für sonstige Hobbys bleibt der jungen Mutter kaum, doch schafft sie es noch regelmäßig ins Fitnessstudio. Was die 30-Jährige in den letzten Jahren auch schätzen gelernt hat: „Einfach mal Handy und Laptop zur Seite legen und auf der Couch ein paar Minuten abschalten.“ Auch die bedingungslose Unterstützung ihres Ehemannes seien für die Bloggerin eine große Erleichterung. An den stressigen Alltag habe sie sich gewohnt und nehme ihn in Kauf, um ihre Leidenschaft weiterleben zu lassen. Doch mit dem Leben in der Öffentlichkeit, besonders auf sozialen Netzwerken, ist die Schattenseite an dem zeitintensiven Hobby auch nach fast einem Jahrzehnt noch dieselbe. Jedes Bild, jeder Kommentar, jede Aussage wird von Tausenden Menschen beurteilt – von Menschen, die es glücklicherweise zum größten Teil gut meinen, die ihr Mut machen und sie immer wieder antreiben. Doch mit Erfolg sind negative Kritiker nicht vermeidbar. Immer wieder bekommt auch M. vereinzelte Kommentare, die auch schon unter die Gürtellinie gingen. „Ja, diese Anonymität lässt einen ganz einfach Schaden anrichten. Dafür muss mir keiner in die Augen schauen, um Kritik zu äußern. Aber man lernt, damit umzugehen. Heute freue ich mich über die, die mögen, was ich mache. Der Rest interessiert mich nicht“, erzählt sie selbstsicher. Am Ende des Tages sei es trotz allen negativen Aspekten ganz klar die Freude am Bloggen, die für M. immer wieder siegt, die Freude daran, das tägliche Leben von ihr selbst und ihrer Familie festzuhalten, nicht nur für die Öffentlichkeit, sondern viel mehr für die eigenen Erinnerungen. „Wenn ich heute wissen möchte, was ich an dem Tag vor fünf Jahren gemacht habe, schau ich einfach ins Archiv. Immer wieder erwische ich mich dann mit einem Lächeln im Gesicht“, erzählt sie über das Blättern in ihrem Blog, ihrem online gestellten Tagebuch.

Fabienne Schwenk, Rheinpfalz 08.03.2017

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